Wie kann man sich treffen

Treff Bundeswehr Forum

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Zugleich verfolgen die Macher der Seite spezifische Interessen sonst hätten sie die Seite nicht entwickelt , die sich in der Wahl ihrer sprachlichen und bildhaften Zeichen niederschlagen. Durch die systematische Beschreibung der sprachlichen und bildhaften Muster, des Medienimages der Bundeswehr, kann folglich auf die Denkschemata und die Intentionen der AutorInnen in Form von Hypothesen darüber rückgeschlossen werden, mit welchen sprachlich-diskursiven Strategien die Macher der untersuchten Seite welches Wissen über sich selbst - also über die Bundeswehr - etablieren möchten.

In eben diesem Sinne wurde den sprachlich-bildhaften Spuren nachgegangen, im Einzelnen wie folgt: Mittels der von Friedemann Vogel entwickelten Image-Analysesoftware LDA-Toolkit 6 wurden verschiedene Wort- und Keyword-Listen erstellt und statistisch auf rekurrente Sprachmuster auf der Ebene der Lexik Wortschatz und der Syntagmen hin ausgewertet.

Die originalen HTML-Seiten wurden ebenfalls aufbereitet und im Hinblick auf Sprachhandlungen, Textsorten, Bild-Muster und Bild-Sorten Ereignis- vs. Genrebilder, Motive, Farben, Bildhandlungen usw. Es handelt sich hierbei um eine erste Pilotstudie mit dem Fokus auf Sprach- und Bildmuster. Bislang nicht untersucht wurden die Video-Mediathek, der Online-Chat und das Community-Forum.

Um den hiesigen Rahmen nicht zu sprengen, werden wir im Folgenden ausgewählte Ausschnitte der Studie im Hinblick auf Sprach- und Bildgebrauch vorstellen. Im Zentrum der Untersuchung der Sprache stehen hierbei Wortschatz und Syntagmen, im Fokus der Bilduntersuchung Bild-Muster, Bildsorten und Bildhandlungen. Besonderheiten des Wortschatzes und der Syntagmen Die Analyse von Wortschätzen zu einer Person, einem Werk, einer Epoche - oder auch zu einer Website lässt Rückschlüsse zu auf verschiedene "Sinnbezirke" 7 , also konzeptuelle Cluster oder "Wortfelder".

Interessanter sind vielmehr die statistisch und qualitativ auffälligen Schlagwörter, die die Erwartungen an ein über das Militär informierendes Onlineportal überraschen. Hierbei ist zunächst auffällig, dass sich die Website zahlreicher Ausdrücke aus der informellen Umgangs-, Jugend-, Medien- und Werbesprache v. Ein ähnlicher Versuch, Nähe zu inszenieren, findet sich in dem dominanten Reportage-Stil zahlreicher Texte der Website erklären, erzählen. Zu dieser Funktion passen Wörter und Themen wie Krieg und Tod oder töten nicht.

Bei der Suche nach diesen Ausdrücken in dem der Studie zugrunde liegenden Korpus zeigen sich weitaus mehr, nämlich 83 Belege zur Zeichenkette krieg. Das übrige Drittel verweist auf Gegenstände Kriegsschiffe auf einen ironisch-euphemistischen Krieg der Sterne oder metasprachlichen Zusammenhang Stabilisierungseinsatz vs. Über die Wortebene hinaus finden sich zahlreiche Mehrworteinheiten, die noch eine andere stilistische Besonderheit der Website illustrieren, nämlich das Spiel mit Mehrdeutigkeit von einigen Wörtern bzw.

Bild-Muster, Bildsorten und Bildhandlungen In der Tradition Scholz' 8 und Felders 9 wird im Folgenden zwischen Ereignis- und Genrebildern unterschieden. Genrebilder sind hingegen multipel denotiert, also Bilder, die prototypisch für ein bestimmtes Teilkonzept stehen. Negativ konnotierte Bilder, die etwa Gefahren oder Ängste evozieren könnten, sind nicht vertreten. Wir differenzieren dabei Gruppenbilder, Personenbilder, Fahrzeug- und Waffenbilder sowie auch Natur- und Landschaftsbilder; Bilder von Gebäuden, Orden oder Portraits seien hier vernachlässigt.

Darf die Bundeswehr Jugendlichen den Eindruck vermitteln, dass der Alltag bei der Truppe cool und aufregend ist und Krieg eher keine Rolle spielt? Sie tut es jedenfalls nach Ansicht von Experten auch auf ihrer Jugendseite www. Die ist zwar weniger bunt und poppig als das Video. Aber sie funktioniere nach ähnlichen Prinzipien, schreiben zwei Wissenschaftler der Freiburger Universität in einer Studie, die einer der Autoren bisher nur in Kurzfassung in seinem Blog veröffentlicht hat.

Junior-Professor Friedemann Vogel und seine wissenschaftliche Hilfskraft Maximilian Haberer vom Institut für Medienkulturwissenschaft analysierten auf der Webseite Anfang Dezember unter anderem Wortschatz und Sprachmuster. Ihre knapp seitige Pilotstudie "Die Zukunft im Visier - Die mediale Selbstinszenierung der Bundeswehr gegenüber Jugendlichen auf www. Was Angst auslösen kann, wird nicht thematisiert "Die Bundeswehr versucht, vor allem über Emotionen und kaum über Argumente an die Jugend anzudocken", sagte Vogel.

Sie erschaffe dabei ein überwiegend positives Selbstimage: Seit die Wehrpflicht ausgesetzt wurde, ist sie verstärkt darauf angewiesen, Nachwuchs zu rekrutieren. Als Ziel hatte das Verteidigungsministerium jährlich bis Was auf Gefahren hinweise oder Angst auslösen könnte, wird auf der Jugendseite nach Ansicht von Vogel und Haberer nicht thematisiert. Waffen, Panzer und Kriegsschiffe sind zwar häufig abgebildet.

Doch das, worauf sie im Einsatz zielen würden, sehe man nicht.


Bundeswehr wirbt um Jugendliche: Forscher analysieren Jugendseite

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