Wie kann man sich treffen

Single Akademiker

Single Akademiker

Ein signalroter Doktorhut ziert die Seite. ElitePartner wirbt damit, "Akademiker und Singles mit Niveau" zu verkuppeln. Das Konzept scheint aufzugehen, im Monat Januar tummelten sich bei ElitePartner Das ist zwar noch weit entfernt von Friendscout Aber dafür ist ElitePartner eben auch ein Eliteclub mit gepfefferten Preisen: Bis zu ,90 Euro kostet eine Monatsmitgliedschaft. Doch nicht jeder liebesdurstige Akademiker denkt elitär.

Das Dating Cafe etwa, eines der ältesten Singleportale Deutschlands, wird ebenfalls viel von Studierten frequentiert. Es ist deutlich kleiner; im Januar suchten hier laut Nielsen Auf nur 19 Minuten dagegen kamen die Nutzer von ElitePartner im selben Monat. Statt Nummern tragen die Dating-Cafe-Gäste Phantasienamen. Sie nennen sich "man2go", "kroete68" oder schlicht "irene". Und sie zeigen sich: Nur eine Minderheit anonymisiert die Fotos mittels des Unschärfe-Buttons.

Diese werden sogar überprüft: Die Betreiber bitten die Mitglieder um Ausweiskopien und geben dem Profil dann ein Echtheitssignet. Partnerbörsen als Zufallsbeschleuniger ElitePartner und Dating Cafe stehen beispielhaft für zwei unterschiedliche Arten der Partnersuche im Internet. So lautet der Slogan von ElitePartner, danach gestalten aber auch Parship oder eDarling ihr Angebot. Sie sehen sich als Partnervermittler, die ihre Mitglieder passend zueinander matchen, wie der übliche Anglizismus lautet.

Das zweite Modell ist bescheidener. Portale wie Dating Cafe sehen sich lediglich als Zufallsbeschleuniger. Die Mitglieder müssen sich ihre Partner selbst suchen, und zwar nach Optik und Angaben zur Person. Bei der Kontaktaufnahme hilft eine Chatfunktion. Es ist das Flirtmodell, das auch Branchenriesen wie das Gratisportal Badoo anbieten. Die Macher halten den Unterschied zwischen Partnervermittlung und Flirtbörse für grundlegend.

Wie wichtig ist er aber für die Nutzer? Ist es für sie wirklich relevant, ob der Zufall oder ein Matching-Algorithmus sie zu dem Menschen führt, der sie liebt und begehrt? Und wie erleben sie die Zeit davor, die Monate des Suchens, des Mailens, Anrufens, Datens und Wartens? Die Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit ist beim Geschäft mit der Liebe ein düsterer Abgrund. Eine Zurückweisung tut auch dann ganz real weh, wenn sie per Mausklick erteilt wird. Und niemand geht lieber über die Schattenseiten hinweg als die Betreiber.

Der Jargon seiner Branche geht ihm geschliffen von der Zunge; seine Mundwinkel zieht er meist länger hoch, als das Lachen andauert. Seit residieren er und seine rund hundert Mitarbeiter auf einer Quadratmeter-Etage in der neuen Prestigelage von Hamburg. Seit gehört die Firma zur Tomorrow Focus AG, einer Tochter von Burda in München. Auf Obstkisten im multikulturellen Schanzenviertel habe ElitePartner einst angefangen, erzählt Schwaner.

Rasant gewachsen ist das Portal nach dem Einstieg von Burda. Das frische Kapital ermöglichte die Werbekampagnen, für die Schwaner engagiert wurde. In Marketing hat er promoviert. Ihm verdankt die Site auch den maritimen Look: Genau wie die Telekom magenta ist. Bei Singlefrauen mit Hochschulabschluss sind es sogar 45 Prozent. Ein weiterer Grund für den Singlestatus der Frauen ist die vermeintliche Bindungsphobie der Männer: Ihnen ist auch ihre Karriere wichtiger: Bei den Männern ist einer der wichtigsten Gründe für das Solo-Dasein ihre Schüchternheit: Von den Akademikern findet nur jeder Dritte, er sei zu schüchtern.

Bei Männern mit Hochschulabschluss spielt auch das Thema Geld eine geringere Rolle: Während jeder vierte männliche Single ohne akademischen Abschluss als Grund fürs Singlesein angibt, dass er zu wenig Geld verdient und einer Frau nicht genug bieten kann, trifft dies nur auf 14 Prozent der Akademiker zu.

Ein weiterer wichtiger Grund für Männer, dass sie Single sind, ist ihr Beruf: Frauen haben eine hohe Singlekompetenz, sie verfügen meist über ein enges soziales Netz, in dem sie Nähe und Austausch finden", erklärt Diplom-Psychologin Lisa Fischbach. Es wird der perfekte Partner gesucht, Kompromisse werden nur selten eingegangen. Vor allem die selbstbewussten, gebildeten Frauen scheitern oft an ihren hohen Ansprüchen. Sie müssten ihr Suchmuster überprüfen, um einen Partner zu finden.

Unter den Männern sind es eher die mit einem geringeren sozialen Status, die es bei der Partnersuche schwerer haben, weil Frauen auch im Jahrhundert nach wie vor darauf bei einem Partner überwiegend Wert legen. Für die vorliegende Insgesamt leben in Deutschland immer mehr Menschen allein. Die Prognose sagt voraus, dass es etwa 23 Prozent sein könnten. Der Anstieg war in den vergangenen beiden Jahrzehnten bei den Männern — von 11 auf 19 Prozent — stärker als bei den Frauen, die sich von 18 auf 21 Prozent steigerten.

Das Single-Phänomen weist ein starkes Stadt-Land-Gefälle auf.


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